Baufinanzierung Informationen
In der Regel braucht man eine Baufinanzierung, wenn man sich entschlossen hat, dass das selbst gebaute Eigenheim nicht länger ein Traum bleiben soll. Analog können Sie sich auch für eine fertige Immobilie interessieren, im Prinzip ist die Finanzierung gleich. Bei einer Baufinanzierung gibt es unheimlich viele Punkte und Dinge, die beachtet werden müssen. Bevor hier weiter geträumt werden kann, steht die Frage: Was kann ich mir tatsächlich dauerhaft leisten?
Nutzen Sie die Vergleichsprogramme im Internet, um sich im Vorfeld mit Informationen zu versorgen. Hier finden Sie auch Programme, die ausrechnen, was Sie sich leisten können. Haben Sie Eigenkapital, das Sie einbringen können oder wollen Sie Eigenleistung einbringen? Das sind Fragen, die eine Rolle spielen und die im Vorfeld gut überlegt werden sollten.
Gibt es in Ihrer Region spezielle Förderprogramme? Oft gibt es einen Ort weiter Programme, die extra aufgelegt werden, um die Region zu fördern und da lohnt es sich nachzudenken, ob es nicht Sinn macht, dort zu bauen, um die Förderung in Anspruch zu nehmen. Prüfen Sie, welche Fördermöglichkeiten für Sie in Frage kommen, besorgen Sie sich die Informationen von der KFW-Bank und von den Banken in Ihrer Umgebung. Prüfen Sie, ob es Sinn machen kann, durch eine Bausparkasse zu finanzieren.
Wenn Sie diese Punkt für sich geklärt haben, haben Sie eine grobe Vorstellung von der Kauf-/Bausumme und den ungefähren Kosten, die auf Sie zukommen. Nun sollten Sie sich Partner suchen, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Lassen Sie sich beraten. Nutzen Sie die Informationen, die Sie bereits gesammelt haben. Machen Sie einen Termin bei Ihrer Hausbank oder einen anderen geeigneten Finanzierer und lassen Sie ein Baufinanzierungsvorhaben erarbeiten. Anhand der Ausarbeitung können Sie prüfen, ob der Finanzierer Förderprogramme eingebaut hat und ob die Berechnung nach Ihren Wünschen und Vorstellungen ist. Wenn Sie nicht zufrieden sind, lassen Sie sich von einer andern Bank ein neues Angebot erarbeiten. Machen Sie nicht mehrere Bauanfragen auf einmal, sondern eine nach der anderen.
Bedenken Sie, dass möglichst geringe Zinsen ihre Gesamtkosten senken und bedenken Sie auch, dass eine Baufinanzierung eine langfristige Angelegenheit ist.
Wenn Sie die Finanzierungsunterlagen vollständig verstanden haben und zufrieden sind, können Sie beginnen. Haben Sie Fragen, ist Ihnen etwas unklar, klären Sie die Dinge bis zu Ihrer Zufriedenheit, damit Sie keinen Baumläufer erleiden.
Das Annuitätendarlehen
Die wohl gebräuchlichste Finanzierungsart ist das Annuitätendarlehen, bei dem die gleichbleibende Monatsrate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil besteht. So wird bei Abschluss des Vertrages eine bestimmte Rate festgelegt. In dieser Rate ist der ausgehandelte Zinssatz sowie die vereinbarte Tilgungsrate (Standard 1%) eingearbeitet. Dass 1 % eine geringe Tilgung bedeutet, scheint im Moment auch eine unendlich lange Zahlungsdauer zu bedeuten. Dieser Eindruck täuscht aber, denn es ist ein Annuitätendarlehen und bedeutet, dass die Tilgungssumme mit jeder Tilgungsrate abnimmt und somit auch die Zinshöhe. Im Umkehrschluss bedeutet dies, da die monatliche Ratenzahlung in gleicher Höhe bleibt, dass sich der Tilgungsanteil erhöht, und zwar um den Teil, um den der Zinsanteil abnimmt.
Da bei einem Annuitätendarlehen der Zinssatz nicht für die gesamte Laufzeit festgeschrieben wird, macht es Sinn, nach Ende der vereinbarten Laufzeit (in der Regel 5, 10 oder 15 Jahre Zinsfestschreibung) die Raten und Zinsen neu festzulegen. Die Höhe ist dann wieder vom Markt und Darlehensgeber abhängig.
Volltilgungsdarlehen
Volltilgungsdarlehen bedeutet, dass der Zinssatz im Vorfeld für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgeschrieben wird. Hieraus resultieren Zinssicherheit und gleich hohe Raten vom Anfang bis zum Ende. Diese kann von Vorteil, aber auch von Nachteil sein. Die Tilgungshöhe ist extrem von der Laufzeit abhängig, bei dieser Darlehensart meist 20 Jahre.
Eine solche Art der Finanzierung ist lohnend, wenn genügend Tilgungskapital dauerhaft zur Verfügung steht.
Darlehen mit variablem Zinssatz
Variable Darlehen haben das Schwankungsrisiko der Zinshöhe während der gesamten Laufzeit. Das bedeutet, dass diese Darlehen den Zinsanteil in der Rate verändern, je nach Zinshöhe mal mehr, mal weniger. Das kann natürlich Vor- aber auch Nachteile haben. Steigen die Zinsen, wird der Kredit teurer, fallen die Zinsen, wird er dadurch billiger. Vorteil bei einem solchen Darlehen ist die jederzeitige Kündbarkeit, ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Hier muss jeder selbst entscheiden, auf welche Finanzierungsart er zurückgreift.
Bauspar-Hypothekendarlehens-Kombi
Bei der Finanzierung mit Kombinationen ist Vorsicht angebracht. Dieses ist in der Tatsache der eventuell hohen Kosten begründet. Bei einer solchen Kombination wird ein tilgungsfreies Hypothekendarlehen aufgenommen und parallel dazu ein Bausparvertrag bespart. Bei dem Darlehen fallen nur die Zinsen an und beim Bausparvertrag fließen neben den Sparbeiträgen noch staatliche Förderungen ein. Wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, wird mit ihm das Hypothekendarlehen abgelöst und nun nur noch das Bauspardarlehen abbezahlt. Bei einer solchen Finanzierungsform ist die genaue Berechnung der Kosten zu beachten. Hier sind auf der einen Seite die günstigen Baudarlehenszinsen bestechend, die niedriger sind als die Zinsen, die für das Darlehen zu zahlen sind. Jedoch stehen in der Ansparphase des Bausparvertrages geringe Sparzinsen demgegenüber. Hier ist die Frage, wie lange in den Bausparvertrag einbezahlt werden muss, damit das Darlehen abgelöst werden kann. Rechnen Sie bei einer solchen Finanzierung genau nach.




