Britische Lebensversicherung
Grundsätzliches über Anbieter aus der Europäischen Union (EU)
In Zeiten des Internets und der Europäischen Union ist eine Altersvorsorge in Produkten ausländischer Anbieter keine Seltenheit. Früher waren hier die Versicherungsmakler führend, nach und nach hingegen gründen immer mehr Versicherungsgesellschaften Verkaufsbüros in Deutschland. Die ausländischen Versicherungen scheinen auf den ersten Blick wegen der proklamierten hohen Renditen als sehr lohnenswert. Die Lebensversicherungen aus Groß-Britannien, speziell England und Schottland, scheinen sehr interessant. Denn diese erzielen Renditen, die weit über den Renditen der deutschen Policen liegen.
Grund hierfür ist eine unterschiedliche Anlagestruktur der Gesellschaften und die unterschiedliche Gesetzeslage. Die Briten dürfen einen deutlich höheren Aktienanteil in ihrem Portfolio haben als die Deutschen Versicherer. Dadurch ergibt sich bei steigenden Aktienkursen eine höhere Rendite, die sich auch auf die Versicherungspolice auswirkt und es wird ein höherer Ertrag erwirtschaftet. Nun kann es aber auch anders kommen. Wenn die Aktien-Kurse vor sich hindümpeln, ist die Rendite einer Briten-Police nicht besser, vielleicht sogar schlechter als die Rendite einer herkömmlichen deutschen Kapital-Lebensversicherung, denn die Britischen Versicherungen haben keine Mindestverzinsung. Unter diesem Gesichtspunkt kann man auch sagen, dass die Briten-Lebensversicherungs-Police eine Aktien-Lebensversicherung ist. Allein aus diesem Hintergrund lässt sich eine britische Police nicht mit einer deutschen Kapital-Lebensversicherung vergleichen.
Chancen und Risiken
Als Fazit lässt sich kurz sagen, wer der Meinung ist, dass die hohen Renditen der Britischen Versicherungen unter dem Hintergrund eines hohen Aktienanteils auch in Zukunft Bestand haben werden, für den ist die Entscheidung, eine britische Police abzuschließen, durchaus richtig. Hier stellt sich dann aber die Frage, warum nicht eine deutsche fondsgebundene Lebensversicherung, deren Anlage ist bis auf einen geringen Anteil direkt in Fonds investiert und je nach Risikoklassifizierung können hier eventuell noch höhere Renditen erzielt werden.
Höhere Renditensicherheit durch Smoothing (Glättungsverfahren)
Britische Versicherungen erwirtschaften höhere Renditen durch einen höheren Aktienanteil. Der Aktienanteil kann zwischen 70-80% liegen, je nach aktueller Marktlage. Hierdurch ergibt sich für den Kunden eine höhere Rendite bei erhöhtem Risiko. Zur Risikosenkung bieten einige britische Lebensversicherer ein Glättungsverfahren bzw. Smoothing an, wodurch die Schwankungsbreite der Rendite minimiert wird. Dies ist ein Glättungsverfahren, das Kursausschläge nach oben und unten ausgleicht. So werden überdurchschnittliche Gewinne nicht an die Inhaber der Policen weitergegeben, sondern als Reserven zurückgestellt, um sie in Zeiten hoher Verluste einsetzen zu können. Weiterhin bieten britische Lebensversicherungen gewisse Garantien, wodurch die eingezahlten Beiträge auch wieder ausgezahlt werden und bereits erzielte Gewinne erhalten bleiben.
Es sollte beachtet werden, dass der Rückkaufwert einer laufenden Lebensversicherung aus England niedriger ist aufgrund der hohen Bonusauszahlung am Ende der Laufzeit und es zudem keine Mindestverzinsung gibt.
Smoothing
Zum Ausgleich von Renditeschwankungen wird bei britischen Lebensversicherungen das Smoothing eingesetzt. Smoothing ist ein wichtiger Bestandteil der Versicherungen. Das Glättungsverfahren trägt entscheidend dazu bei, dass britische Lebensversicherungen die hohen Renditechancen bei der Aktienanlage erzielen können und dabei gleichzeitig das Risiko reduzieren, das mit dieser Art des Investments einhergeht. Das Glättungsverfahren reduziert den Einfluss kurzfristiger Kursschwankungen. Das gilt für Kursschwankungen in beide Richtungen - nach oben wie nach unten. Das heißt, in Zeiten steigender Kapitalmärkte liegt der geglättete Wert grundsätzlich unter dem Marktwert, bei fallenden Märkten dafür grundsätzlich etwas darüber. Das sorgt für mehr Stabilität während der Laufzeit.
Der Smoothing-Effekt ist, dass nicht direkt vom höchsten Marktwert profitiert wird, im Gegenzug aber auch nicht vom niedrigsten. Somit sind auch die negativen Vermögenswerte eingegrenzt. Mit Smoothing können dementsprechend die Auswirkungen kurzfristiger Kursschwankungen begrenzt werden. Bei länger anhaltender Börsenschwäche können die Wertentwicklungen des Versicherungsvertrages dennoch sinken.




